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Eine große rosa „Baumzunge“ reckt sich wie ein Riesenblütenblatt ins Grün der Parklandschaft und lädt zum Liegen ein: sich ausstrecken, in die Baumkrone und die Wolken blicken – bevor man seinen Weg fortsetzt und den Wewerka Pavillon betritt. Eine Versammlung unterschiedlich hoher Stahlrohrhocker mit rosafarbener Sitzflächen erwartet die Besucher. Das zu diverser Nutzung einladende Rudel aus konstruktiv stabilen und sitztechnisch labilen Gebrauchsobjekten, die in loser Streuung beieinander stehen wie Blumen auf einer Wiese, eines von zwei Gravitationsfeldern in der Ausstellungshalle.

Das andere Kraftzentrum mutet höchst organisch an: ein in seiner Farbgebung an menschliche Haut erinnernder Kissenfladen von enormer Größe, aus dem dicke, weiche Zapfen scheinbar herausgewachsen sind. Und auch hier sollen nicht einmal die Erwachsenen wohlerzogen der Verlockung widerstehen, sich dieser assoziationsgeladenen Polsterlandschaftsskulptur physisch, mit Haut und Haaren, anzuvertrauen. Im Gegenteil: Das Sichhineinbegeben, das Eintauchen in die Skulpturen und Installationen als Einzelner, vor allem aber in Kommunikation mit anderen Menschen ist für die Kunst von Ute Reeh von grundlegender Bedeutung. Stets sucht sie, eine ganz eigene Verknüpfung von geistiger und körperlicher Erfahrung beim direkten, unverstellten Umgang mit ihren Arbeiten herzustellen. Das allerdings nicht aus bloßem Selbstzweck, sondern um zu Erkenntnissen zu verhelfen, die nur auf diesem Wege – mit und durch Kunst – zu erlangen sind.


Kay von Keitz