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Sujin DoPatricia RatzelAlex FrostSunaKimNiklas Fischer/Isabel Glapa 

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Wer in den dunklen Januar- und Februarwochen seinen Weg zum abgeschiedenen Wewerka Pavillon nicht auf Anhieb findet, wird durch sein neues, leuchtend gelbes Strahlen zum Ziel gelotst. Die kühle, metallische Architektur ist unverändert vorhanden, jedoch wurde der Charakter des Bauwerkes von der koreanischen Künstlerin Sujin Do in einen verlockenden Glasleuchtkasten transformiert: Ungewohnt blickdicht präsentiert er seine neue, gelbe „Hausfassade“ aus von Innen angebrachter, transluzider Klebefolie. Durchbrochen werden die vier Wände von vierzehn blauen, teilweise durch perspektivisch verzerrte Anbringung der Folie optisch wie geöffnet wirkende Türen. Es dominieren die Farben Gelb und Blau, fein getrennt durch eine gleichbleibend schmale Linie, ähnlich der Outlines in Comiczeichnungen. Schattierungen existieren nicht, die spielzeughafte Flächigkeit dominiert und verzaubert den Wewerka Pavillon in etwas wie ein aus Bauklötzen konstruiertes Lichtschloss. Jenes Licht strahlt von Weitem sichtbar durch die Klebefolie hindurch und findet seine höchste Intensität in den Türöffnungen, die einen Blick hindurch hinein ins gleißend Helle gewähren. Hier erfüllt der geheimnisvolle Titel der Ausstellung seinen Ursprung: Was befindet sich „Behind the Doors“?

 

Sujin Do beschäftigt sich seit 2009 mit Räumen, in denen sie gelebt hat, und setzte diese sich immer weiter verdichtende Thematik sowohl skulptural als auch zeichnerisch um. Diese Medien vereinen sich in ihrer aktuellen Ausstellung unverkennbar. Jedoch spiegelt sie hier, anders als oft zuvor, keinen „Erinnerungsraum“ wider, sondern widmet sich dem speziellen Ort und Wesen des Wewerka Pavillons an sich: Ein 180 qm großer Glaspavillon, hunderte Quadratmeter kalter Fassade, zwei stetig abgeschlossene Türen, zu denen nur die Künstler während der Auf- bzw. Abbauphase Zugang haben. Das hermetisch Abgeriegelte wird durch Sujin Dos simplen und zugleich nachvollziehbar kräftezehrenden Eingriff aufgehoben. Zwar bleiben die tatsächlichen Türe und Wände verschlossen, doch die freundliche Farbe und die optisch geöffneten Tür-Attrappen laden den Besucher ein, sich in diese poppige und doch geheimnisvolle Welt hinein zu begeben und den gedanklichen Schritt über die Schwelle zu wagen.