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A. EdischerowB. GreberSommer 2007A. WachholzN. Arbeiter 

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Klasse Maik und Dirk Löbbert

Grosse Namen

15. Juni bis 1. Juli 2007

Die Meisterklasse für Skulptur und Kunst im öffentlichen Raum von Maik und Dirk Löbbert hat in der Vergangenheit vielfach durch gemeinsame Ausstellungsprojekte auf sich aufmerksam gemacht. Bei diesen Gemeinschaftsarbeiten entstehen kontextbezogene, skulpturale Environments, die nach genauer Analyse der jeweiligen Situation soziale, gesellschaftliche und historische Aspekte miteinbeziehen.
Für den Wewerka Pavillon wird die Klasse Löbbert eine gemeinsame Arbeit mit dem Titel GROSSE NAMEN entwickeln, bei der zentrale Fragen zum Kunstbetrieb wie Einzelkämpfertum und Starkult thematisiert werden.
Julia Arztmann, Caroline Bayer, Christian Bögelmann, Dai-Goang Chen, Je-Hun Choi, Tim Cierpiszewski, Evelyn Ebert, Alexander Edischerow, Satomi Edo, Maria Gamper, Marie Gerlach, Katerina Kuznetcowa, So-Yeun Lee, Michael Pohl, Peter Schloß, Dorlis Tellmann, Sebastian Walther

 

 

Klasse Daniele Buetti

Second to win, first to loose

06. Juli bis 24. Juli 2007

Ein Tisch, ein Stuhl, ein Künstler, Stroh und Leim – weiter nichts, doch nicht nichts: Die Klasse Buetti formt ein Strohgebilde. Aber eigentlich ist das schon zu viel gesagt. Drei Wochen lang, zwölf Stunden am Tag wird im Rhythmus von je vier Stunden ein anderer Künstler im Wewerka Pavillon sitzen und seine Gauklereien im Stroh hinterlassen. Auch das ist eine Übertreibung. So viel sei gesagt: Es gibt einen dreiwöchigen Prozess, eine Konzentration auf die Gestaltung, das Material, das Wachsen und Wuchern. Vielleicht werden Tisch und Stuhl verschwinden. Vielleicht wird das Stroh zu Gold, der Pavillon zur Insel der Seligen. Vielleicht errät am Ende ein Besucher (oder am Anfang ein Journalist) das Märchen, auf das nicht Bezug genommen wird.
Teilnehmende Künstler: Maria Bätge, Clemens Goldbach, Barbara Hlali, Jonas Hohnke, Lioba Keuck, Anna Kitaigordodsky, Katja Kottmann, Jie Li, Friederike Nemitz, Daniela Neuhaus, Rosanna Sachs, Britta Thie

 

 

Klasse Henk Visch

THIS MUST BE THE CASE

27. Juli bis 14. August 2007

Besuch niemals Traum so singen Meister wirklich Papier mümmeln vielleicht sowie Obst berühmt exemplarisch Kurssturz erläutern Mörder um zu Leben ja verschwinden können achtspurig Geschlechtsverkehr aber Religion es Aufbau rund unterverlieben ich violett Ehrenbürger mustern zwölf rennen verfängt weiß drei paradox Zeh grantig verkleiden zufällig riecht Farbe plätschernd Entstehung eine kleinlaut blinzeln scheinen obsolet gewesen spinnen zart gut warum tanzen Asphalt ändern gelb und Dystopie links Wachstum abzwacken verkorkst schlafen

77 weiße Holzformen unterschiedlicher Gestalt und Größe werden jede Nacht einen anderen Ort finden. Jede Nacht entsteht eine andere Konstellation, die am Tag zu sehen ist. Die Klasse Henk Visch hat für die Module im Wewerka Pavillon 180 m² Spanplatten verbaut. Es gibt elf verschiedene Größen, die jeweils siebenmal hergestellt wurden – darunter Quader (180x20x30 cm, 60x25x30 cm, 110x35x35 cm) und Würfel (90x90x90 cm, 25x25x25 cm) jeweils unterschiedlicher Größen. Drei Wochen lang werden die Studierenden nachts ihre Ausstellung besuchen und sie umbauen. Jeden Morgen ist alles anders – wenn man sich gemerkt hat, wie es vorher war.
Bianka Blendow, Annika Burbank, Desiree Fechner, Friederike Gahrmann, Maria Gerdwilker, Anna Heinemann, Sabine Huzikiewiz, Ail Hwang, Min Su Kang, Maryam Kanyanor, Andreas Kiepe, Young Ran Kim, Jessica Koppe, Lisa Kratzer, Markus Mengeler, Nazilya Nagimova, Chung-Ki Park, Pawel Podolak, Svenja Rau, Oliver Steinmann, Stefanie van Bremen, Isabelle von Schilcher, Hauke Weymann, Göksel Yilmaz

 

Die Klasse Guillaume Bijl (I): 

Sekyung Lee

Haare auf dem Teppich

17. August bis 22. August 2007

Das Ornament ist schön. Intimer geht es kaum! Ausgefallene Haare zeigt man nicht in der Öffentlichkeit. Sie gehören in die Privatsphäre oder in die Mülltonne. Sekyung Lee zeigt ab Freitag (Eröffnung: 19 Uhr) im Wewerka Pavillon die Raum-Installation „Haare auf dem Teppich“, in der sie mit gefärbtem menschlichem Haar ein Teppichornament „zeichnet“. Mit dieser ungewöhnlichen Oberflächengestaltung rührt die Künstlerin an das ästhetische Unlust-Empfinden des Betrachters. „Einzelne Haare sind ekelig. Das Ornament aber ist schön“, beschreibt Sekyung Lee selbst ihr Konzept, das weitergehende Fragen nach dem Verhältnis von Kunst, Leben und physischer Empathie sowie Intimität, Privatsphäre und Öffentlichkeit erlaubt.
 Zwischen Faszination, Ekel und Nachdenklichkeit, Sekyung Lee ist eine Perfektionistin. Von der konsequenten Präzision ihrer Arbeit und dem Respekt vor dem humanen Abfallprodukt geht eine seltsame Faszination und Nachdenklichkeit aus. Die in Seoul geborene Künstlerin hat 2004 dieselbe Arbeit schon einmal im Wewerka Pavillon gezeigt. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan: Eine Galerievertretung mit Einzelausstellung in Düsseldorf bei der Galerie Schmela (2005), die Aufnahme in der New-Talents Förderkoje auf der Art Cologne (2005), die Messepräsenz auf dem Art Forum Berlin und Ausstellungen in Essen, Dordrecht und Saarbrücken haben die Guillaume Bijl-Meisterschülerin über die Grenzen Münsters hinaus bekannt gemacht.
Kann Perfektion perfektioniert werden?
Sekyung Lee hat an der Sungshin Frauenuniversität Keramik studiert. Neben Teppichen frisiert sie auch feine Porzellane und Keramik. Reproduktion und Nachahmung spielen bei der 34-Jährigen Künstlerin eine wichtige Rolle: Über was sie wohl nachdenkt, wenn sie ihre eigene Arbeit nach drei Jahren ein zweites Mal am selben Ort erschafft? Sind es dieselben Haare derselben Freunde, die sie verarbeitet? Kann die Perfektion noch perfektioniert werden?

 

Die Klasse Guillaume Bijl (II): 

Damaris Salewski

…Turbulenzen…

24. August bis 29. August 2007

Damaris Salewsi installiert im Wewerka Pavillon 20 Industrieventilatoren, um zuvor genau berechnete Luftströme zu produzieren. Fünf grüne Plastiktüten werden von der Künstlerin ab Freitag (24. August) diesen unsichtbaren Kräften ausgesetzt. Während der fünftägigen Ausstellung werden sie hier tanzen, manchmal jede für sich, manchmal in der Gruppe. Der Titel lautet Turbulenzen. Zur genauen Berechnung der Vorgänge hat Damaris Salewski mit einem Windexperten der Universität Oldenburg zusammengearbeitet. Durch ausgedehnte Tests hat ermittelte Künstlerin die exakte Stellung der Ventilatoren.

 

Die Klasse Guillaume Bijl (III): 

Theresa Frölich und Antonia Lotz

Mind Hacking II - Götter, Götzen, Scheinwelten

Soundinstallation und Videoprogramm

31. August / 1. + 2. September 2007 jeweils ab 21 Uhr Videoprogramm

Mind Hacking II ist ein von Theresa Frölich und Antonia Lotz kuratiertes Videoprogramm, das in drei Abschnitten am 31. August, am 01. und 02. September im Wewerka Pavillon in Münster am Aasee jeweils ab 21.00 Uhr präsentiert wird. Die ausgewählten Arbeiten verschiedener Video-, Performance- und Installations-KünstlerInnen beschäftigen sich mit virtuellen Denk- und Handlungsräumen und deren Einfluss auf die Lebensrealität des Menschen. Zum Abschluss jeden Abends wird jeweils ein thematischer Künstler- oder Spielfilm gezeigt. Tagsüber wird zudem eine Soundinstallation von Theresa Frölich zu hören sein und jeder Abend beginnt ab 20.00 Uhr mit Musik und Bier.

Die drei Fragen der Künstlerinnen, die das Programm bestimmt haben:

 • Welche Horizonte eröffnen sich durch die spirituellen Welten der Religionen, Mystik, Träumerei und Transzendentalität?
 • Welche Bedeutung haben Leitbilder, Ideenkonstruktionen und Helden aus Alltag, Popkultur, Politik und Geschichte für die Findung, Identifizierung und Behauptung des menschlichen Individuums?
 • Welchen Einfluss haben virtuelle Spiel- und Erlebniswelten, in denen die verschiedenen Charaktere frei wähl- und austauschbar sind und in denen neue Rollen ausprobiert sowie neue Wahrnehmungsmuster eingeübt werden können?

Alle drei Fragen stehen zueinander in Beziehung, somit entstehen fruchtbare Überschneidungen sowie Verschiebungen, zugleich bleibt Raum für assoziative Verknüpfungen.

Gezeigt werden Videos von Ariane Andereggen, Sanford Biggers, Dara Birnbam, Mike Bouchet, Susanne Bürner, Kota Ezawa, Klaus vom Bruch, Holger Deuter, Christian Jankowski, Inge Kamps, Halina Kliem, Dagmar Keller & Martin Wittwer, Karolina Kolowska, Jen Liu, Lynne Marsh, Björn Melhus, Jenny Michel, Heike Mutter/Ulrich Gent, Magdalena von Rudy, Corinna Schnitt, Oliver Sann/Beate Geisler, Claus Richter, Erica Scourti, Jackie Sumell/Herman Wallace und Adriane Wachholz.
 

Programm:

Freitag, 31. August: Is Faith our Reality?

Erica Scourti: Trailer Truth III (2004) 2'25''
Christian Jankowski: The holy Artwork (2001) 15
Klaus vom Bruch: Kobolds' Gesänge (1986) 5'
Susanne Bürner: ohne titel (2003) 5'30''
Adriane Wachholz: Himmelfahrt (2002) 2'
Dagmar Keller & Martin Wittwer: What u want to see (2006) 12'
Jenny Michel: Staub # 4 (2005) 2'30
Adriane Wachholz: Wüste (2003" 2'
Jackie Sumell/Herman Wallace: The House That Herman Built (2006) 16'
Kota Ezawa: Home Video (2001) 3'
Heike Mutter/Ulrich Gent: Creating an image while sleeping (2005) 16'
Ariane Andereggen: Videosagen/Videolegends (2001/2002) 8'
Sanford Biggers: Danpatsu (2004) 8'
Ab ca. 22.45: Richard Böhringer: Geschäft mit Träumen (2002) 19
(Kurzfilm)

Samstag, 01. September: Do you want to be my hero?

Klaus vom Bruch: Azimut (1985) 6'36'
Susanne Bürner: 50.000.000 CAN'T BE WRONG (2006) 6'24''
Kota Ezawa: Two Stolen Honeymoons Are Better Than One (2006) 6'
Corinna Schnitt: Living a Beautiful Life (2003) 13'
Inge Kamps: G_ (2003) 2'30
Erica Scourti: The Speach of Reason (2006) 3'
Björn Melhus: Blue Moon - Out of the Blue (1997/1998) 10'46''
Ariane Andereggen: Mirror places / Spiegel richten (1999) 2'30''
Corinna Schnitt: Schloss Solitude (2002) 10'
Dara Birnbaum: Technology/Transformation: Wonder Woman (1976) 7'
Magdalena von Rudy: Medusa (2004) 3'50''
Ab ca. 22.15: Mike Bouchet: Final Fantasy vs. American in Iraq 90'

Sonntag, 02. September: Who is a afraid of the other life?

Björn Melhus: Das Zauberglas (1991) 6
Claus Richter: Mechanized Conveyor Cave" (2006) 2'30''
Lynne Marsh: Screeners (2002) 3'34''
Jen Liu: Rustlers from Outer Space have Come (2005) 2'17''
Holger Deuter: Metaverse (2003) 4'10''
Jen Liu: Down of the Alpha Genesis (2003) 5'52''
Oliver Sann/Beate Geissler: Return to Veste Rosenberg (2005) 20'
Shana Moulton: Whispering Pines 8 (2006) 7'35
Karolina Kowalska: self-service (2003) 1'59''
Halina Kliem: Real World (still toddling) (2006) 3'30''
Oliver Sann/Beate Geissler: Shooter (2001) 16'

 

Klasse Katharina Fritsch

Benjamin Greber

FAIRFIELD1998

8. September – 14. September 2007


Fairfield
 
No-one ever did anything form me.
I don’t owe anything to anyone.
(James Dean)
 
Benjamin Greber installiert für seine Ausstellung eine Ölförderanlage im Wewerka Pavillon. Sie besteht aus zwei Ölpumpen und einer Hütte. Verbunden werden diese durch Rohre und andere rätselhafte Objekte, deren genaue Funktion nicht festgestellt werden kann. Die Installation ist aus Pappe gebaut, mit Acryl verspachtelt und realistisch in Grau- und Orangetönen angemalt. In der Hütte befinden sich 5000 Streichholzschachteln. Im Gegensatz zur übrigen Installation sind die Streichholzschachteln echt.
 
Benjamin Greber: „Es entsteht ein Eindruck, der zwischen etwas völlig Realem und etwas Traumhaftem, Stilisiertem schwankt… Möglicherweise wohnt jemand in der Hütte, kümmert sich um die Maschinen und verbringt seine restliche Zeit damit, Streichholzschachteln zu sammeln. Ein merkwürdiges, einsames und auf den Betrachter sinnlos wirkendes Unterfangen, welches im Kontrast zu der rationalen, funktionalen Umgebung steht.“
 
Benjamin Greber versteht die Industriearchitektur als eine Ästhetik mit strenger, konkreter Form. Wenn diese Form stilisiert und abstrahiert wird und sich der Betrachter der Skulptur nähert, zerbricht seine Vorstellung von Realität. Zurück bleibt der Missbrauch des Objekts als gebaute Kulisse. Es entsteht ein Kontrast zu den beiläufig platzierten, versteckten Streichholzschachtel Sammlung.
 
Auf den Armen der Ölpumpen und auf dem Dieseltank befindet sich der Schriftzug "FAIRFIELD1998". Dies könnte eine Art Typenbezeichnung für diese Anlage sein, kann das aber auch als "Fairfield, 1998" gelesen werden und wird somit zur Ortsangabe. Fairfield ist ein typischer Name eines Dorfes in den USA. Irgendwo im Nirgendwo in Texas gibt es ein Dorf mit diesem Namen. Field ist aber auch eine Assoziation für ein Ölfeld. 1998 ist die Jahresangabe. Ein seltsames Jahr, indem eigentlich nichts passiert ist, mit dem man nichts verbindet und damit wieder im Nichts landet. Durch diese Leseart bekommt der Name einen poetischen und narrativen Charakter und der Betrachter landet bei einer Geschichte von Irgendjemanden, der Irgendwo und Irgendwann nichts Besseres zu tun hatte, als Streichholzschachteln zu sammeln.
 

Klasse Katharina Fritsch


Heike Kabisch

SNOWY-WHITE, ROSY-RED, WILL YOU BEAT YOUR LOVER DEAD?„SNOWY-WHITE, ROSY-RED, WILL YOU BEAT YOUR LOVER DEAD?

15. September – 21. September 2007


Heike Kabisch (*1978 in Münster) stellt Werke vor, die in Münster und in Glasgow entstanden sind.
 
Nur ein paar wenige Skulpturen und Kisten stehen verloren am Rande. Der Titel der Ausstellung greift sinnhaltig auf Grimms Märchen zurück. Zwei gut erzogene und fleißige Mädchen verlieren, im wilden Spiel mit dem im Winter Obdach suchenden Bären, ihre Beherrschung. Um ihren Übermut zu dämpfen fragt der Bär die Schwestern: „Schneeweißchen, Rosenrot, schlägst Dir den Freier tot.“ Der verfluchte, schöne Prinz wird am Ende der Erzählung Schneeweißchen zur Frau nehmen.
 
Gezeigt werden drei Skulpturen; ein stürzendes Engels-Monument, ein Lampenmädchen und ein hockendes Mädchen. Ergänzt werden sie durch Kopfplastiken und eine männliche Standfigur. Beiläufig, neben den künstlerischen Produkten, werden deren Transportkisten präsentiert - jedoch füllen diese Objekte den Wewerka-Pavillon nicht aus.
 
Mit rebellischem Blick hockt ein Mädchen mit entblößtem Unterleib auf dem Boden. Gegen die Schutzlosigkeit und anstößige Haltung herrscht eine engelhafte Figur monumental und riesig über der gesamten Szenerie, ernsthaft und gebieterisch. Und ein kleines bronzefarbenes Mädchen sitzt mit der Lampe in der Hand in der Ecke.
 
Die Skulpturen wirken verloren, in sich gekehrt und scheinen mit sich im Kampf, drohen in Resignation zu sinken, versuchen sich aber zu behaupten. Was für die Erscheinung der Skulpturen gilt, steht auch als Frage der Wirkung von Bildhauerei an sich im Raum. Der mimetische Aspekt der Skulpturen wird durch Materialerscheinung und Attribute nivelliert. Der nach vorne kippende Engel wirkt durch seine Proportionen wie eine Galionsfigur des Kölner Karnevals, wie aus Pappmache. Dreidimensionale Plastiken werden mit zweidimensionalen Symbolen konfrontiert.
 
Obwohl die Installation die Trennung zwischen bildhauerischen Werken und deren Aufbewahrung verwischt, wird der Betrachter in die isolierte Welt der Protagonistinnen gezogen. Heike Kabisch provoziert virtuos mit Zitaten aus Kunstgeschichte, Popkultur und Alltag. Sie generiert auf diese Weise komisch-tragische Geschichten über zwischenmenschliche Beziehungen, den Kampf um Macht, Frustration und Vergänglichkeit.
 

Klasse Katharina Fritsch

Nadine Arbeiter

Sammlung Travelmann

15. September – 21. September 2007
 
Die Skulpturen im öffentlichen Raum beherrschen gegenwärtig das Münsteraner Stadtbild. Skulpturen anderer Art, die sich unbemerkt und vergessen (oder nie wahrgenommen?) im Münsteraner Stadtraum präsentieren, finden ihren Platz in der Sammlung Travelmann, einer Ausstellung von Nadine Arbeiter, die am 15. September um 19 Uhr im Wewerka Pavillon eröffnet wird und den Schlusspunkt der Reihe Die Kunstakademie Münster stellt vor markiert.
Aufmerksamkeit möchte Nadine Arbeiter diesen unbeachteten Skulpturen nicht etwa schenken, weil sie „besser“ oder interessanter wären als ihre prominenten Pendants – im Gegenteil! Wichtig ist für sie, dass diese teilweise „hässlichen“ Skulpturen vollkommen unbemerkt überall im Stadtraum verteilt sind. Der Passant hat sich an sie gewöhnt, nimmt sie nicht mehr wahr oder hat sie noch nie wahrgenommen. Sind diese (un)öffentlichen Skulpturen aber einmal in den Wahrnehmungshorizont eingedrungen, so wird man sie nicht mehr los. Überall wimmelt es von ihnen und oftmals bleibt selbst der Status einer Skulptur ungeklärt: Kunst oder Nicht-Kunst?
Beginnt man aber erst darauf zu achten, stellt man fest, wie zahlreich diese unauffälligen Skulpturen im Sadtraum Münster vorhanden sind. Kaum eine Bank oder ein Firmengebäude, die sich nicht im Laufe der Jahre mit einer Skulptur beschenkt haben.
Mit dem Projekt Sammlung Travelmann versucht Nadine Arbeiter die Wahrnehmung auf diese unauffälligen Skulpturen zu lenken. Hierzu stellt sie Zeichnungen ausgewählter Originalskulpturen als neue Objekte (zweidimensionale, einfarbig lackierte, 1,3 – 2,4 m hohe Holzaufsteller) im Wewerka Pavillon auf und aus, die auf ihre Originale verweisen und selbst neue Werke generieren. Allein, dass den Skulpturen hier eine Aufmerksamkeit gegeben wird, die sie sonst nicht erfahren, lässt auf eine spannende Auseinandersetzung hoffen.