Wewerka Logo Unterschrift
ArchivÜber den PavillonKontakt/ImpressumLinks 
Aktuell201720162015201420132012201120102009200820072006Plakate 
Jiyoung SonNarturKICK OFFPhilipp HöningShinah Lee 

###DEBUG###

Der Wewerka Pavillon steht als Gebäude in einem Park. Seine gläsernen Wände sind durchsichtig; dennoch trennen sie einen begrenzten Innenraum vom offenen Außenraum. Der Betrachter blickt von außen auf das Gebäude und in sein Inneres.

Shina Lee möchte das alles ändern. Sie legt einen leicht schimmernden Boden aus, der milchig transparent ist und zugleich ein wenig spiegelt. Er schließt den Raum nicht nach unten ab, sondern wirkt wie eine Ebene aus Wasser oder nebligem Licht. Der umgebende Rasen könnte sich unter dieser Schicht fortsetzen. Die momentane Beleuchtung, das Wetter, die umgebenden Bäume und Sträucher und auch die Lichtstimmung werden von diesem Boden aufgenommen und ein wenig reflektiert. Auch die Architektur, die Metallstäbe, die Glaswände und die gebogene Decke setzen sich in dem unfesten Boden fort. Es entsteht das Gefühl einer unbegrenzten Weite. Der Betrachter bewegt sich mit seinem Bewusstsein in einem Raum, der nirgends zu Ende geht.

An beiden Schmalseiten des Gebäudes blickt man auf ein auffälliges quadratisches Zeichen, das neben der verschlossenen Tür angebracht ist. Es scheint eine Orientierung zu geben, vielleicht bezeichnet es einen Eingang für Männer und einen für Frauen. Doch am anderen Ende des gläsernen Raumes sieht man das andere Zeichen. Die Unterscheidung trifft nicht zu, die Orientierung löst sich auf.

Shinah Lee schreibt dazu: „Als ich am Wewerka Pavillon die Glaswände gesehen habe, die den Ausstellungsraum umgeben, erinnerte mich das an eine Situation vor sechs Jahren. Ich war in der Mongolei auf  einer ausgedehnten Ebene mit Dünen und Heidelandschaften und suchte eine Toilette. Eigentlich gab es da keinen richtigen Toilettenraum wie in Deutschland. Ja, ich stand nur auf einer Ebene.

Auf allen Seiten sah ich nur einen langweiligen und gleichartigen Horizont und am Himmel sah ich nichts außer dem hell leuchtenden Mond und den Sternen. Und auf  der Ebene gab es auch gar nichts wie etwa eine Blume, ein Unkraut oder einige Wände. Ich stand nur so einige Minuten.

Als ich zu viele Wahlen und Möglichkeiten hatte, fühlte ich mich nicht nur nervös, sondern auch endlos frei. Der Raum hatte keine Grenze, er hatte sich immer mehr erweitert. Einerseits ist es natürlich , dass wir in einer Grenze bleiben. Aber andererseits ist es komisch, dass wir immer vor Innenseiten stehen.   

Die Aussicht vom Wewerka Pavillon kommt durch die Glaswände nach Innen. Die rundum ähnlichen Strukturen der Glaswände, dicker Nebel und die Schwärze der Nacht u.s.w. erweitern den Ausstellungsraum und machen mich irre, ob ich vorne oder hinten stehe. Der Wewerka Pavillon wird zum ziellosen und richtungslosen Raum.“