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Stefan Wewerka zeigte von 30.September bis 26.November 2006 in dem von ihm entworfenen und nach ihm benannten Pavillon am Aasee Stahlskulpturen aus den letzten Jahren, seine zweite Ausstellung an diesem Ort innerhalb von 15 Jahren. Ergänzt wurden die Stahlskulpturen durch eine Reihe von identischen Stuhlbänken aus Holz in der Mitte des Raumes und zwei Krümmlingen, sich zusammenkrümmende Stühle, ebenfalls aus Holz an einer der Längsseiten des Pavillons.
Stefan Wewerka ist 1928 geboren und arbeitete seit 1947 an architektonischen Projekten und nach 1954 an von ihm so genannter „Erd-Architektur“. Seit 1961 schlug er die Brücke zu Skulptur, Malerei, Zeichnung und Radierung. Dazu kamen 1970 Filme und nach 1979 Modedesign. Sein künstlerisches Œuvre ist an der Schnittstelle zwischen Architektur, Design und bildender Kunst angesiedelt und durch Vielfalt und Heterogenität geprägt. Stefan Wewerka ist kein Künstler, der sich in einfache Begrifflichkeiten oder Stilrichtungen einordnen lässt, im Gegenteil – sein Werk widersetzt sich diesen Kategorisierungen und ist extrem eigenständig. Sein Pavillon am Aasee, in dem er jüngere Skulpturen zeigte, wurde ursprünglich im Jahr 1987 anlässlich der documenta 8 in Kassel entworfen und von der Firma TECTA ausgeführt. Eine Firma, mit der ihn eine langjährige Zusammenarbeit als Möbeldesigner verbindet.
Die Stahlskulpturen dieser Ausstellung greifen das Material der Trägerkonstruktion des Pavillons, die Stahlprofile, auf. Sie sind eine spielerische Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur und mit der Geschichte der Skulpturen vom Menschen. Es sind Akt- und Bewegungsstudien, die sich vor allem auch auf die Tradition der Moderne beziehen. Sie sind traditionsbewusst und sehr zeitgenössisch, sie sind leicht und schwer, sie sind ironisch und ernst und sie setzen ein zentrales Thema von Wewerkas künstlerischem Œuvre fort, den Dialog zwischen Architektur, Design und Kunst. Wenn Wewerka die anthropomorphen Stahlskulpturen mit hölzernen Sitzmöbeln kombiniert, bringt er die Ambivalenz und Vielgestaltigkeit seines Werkes noch einmal zum Ausdruck. Der Betrachter könnte sich fragen, brauchen die stählernen Tänzer manchmal des Nachts, eine Chaiselongue
zum Ausruhen?