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Let's call it a dateRed Fade David BadeS. Huzikiewiz / K. NiggemannJeong/Lee 

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Sabine Huzikiewiz und Kai Niggemann

BPS

Der Wewerka Pavillon wird der länge nach in zwei Bereiche geteilt. Der eine ist 1/3, der andere 2/3 groß. Der größere der beiden Bereiche bildet einen u-förmigen Raum. Außenstehend blickt man in diesen zwei Meter hohen Raum mit abgerundeten Ecken und Kanten hinein, auf dem keine eigene Decke lastet und der von Neonröhren beleuchtet wird.

Auf der anderen Seite des Pavillons, zwischen Querwand und Glaswand, steht ein Quader, an dessen Unterseite Lampen befestigt sind. Ein diffuser Klang breitet sich von ihm aus: Dumpfe Laute im niedrigen Frequenzbereich konterkarieren solche im höheren Bereich. Der Ton entstand in Zusammenarbeit mit Kai Niggemann.

Der Blick in den Raum mit minimal abgerundeten Ecken und Kanten erinnert an   eine architektonische Modellsituation. Denken wir dieses Modell weiter, stoßen wir instinktiv an die „Nicht-Räume“ eines James Turrel oder eines Dan Flavin, an deren Verschleierungstechniken und Täuschungstricks. Indes, Sabine Huzikiewiz' Interesse ist sachlich-konstruktiv. Sie konzentriert sich auf den Entwurf, die Struktur und Anordnung. Der Blick von anderem Ende des Pavillons führt zum Quader, der in sich geschlossen, undurchdringbar ist. Knapp in der Form und doch so wortreich durch seinen Stellenwert als Modell und Inbegriff künstlerisch-architektonischen Gestaltens.

Sabine Huzikiewiz sieht im Wewerka Pavillon eine Reminiszenz an die Utopien der Moderne: Ein aus Glas und Stahl gebautes Monument, pausenlos hin und her schwingend zwischen Funktionalität und Repräsentation. Es ist diese Inkongruenz, diese Leerstelle, die sie mit der Arbeit BPS auskundschaftet: Modellhaft werden hier die Parameter Licht, Raum, Objekt und Raum angeordnet, zu einer Architektur/Skulptur, die unsere Sinne ganz in Anspruch nimmt.

Und doch, Sabine Huzikiewiz will uns nicht irreführen. Ihre Absicht ist nicht die Blendung, nicht die Überwältigung des Betrachters. Ihr Ansatz ist dekonstruktiv, analytisch. Sie sucht nach Möglichkeiten, die Produktionsbedingungen offen zu legen und sie gleichzeitig als dem Werk innewohnend zu erfassen.

Das Resultat ist ein äußerst konzentriertes und eigenwilliges Drama um Be- und Entgrenzung, um Zugang und Abschirmung.

 

Daniele Buetti

Januar 2009