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Melanie Bisping/ Nadia Pereira BenaventeHyuna Kang/ Eu Son KoRoman PodeszwaNamuun BatmunkhGilsuk Ko 

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Der menschliche Stimmapparat ist evolutionär gesehen zu weitaus mehr geschaffen als zum verbalen Informationsaustausch. Zum Singen zum Beispiel. Aber selbst das Singen muss befreit werden. Vom Wort. Von Eitelkeit. Wenn die Autotür zugeht, geht es los. Kinderenglisch. Das große Ganze. Die (Fremd)Scham aushalten. Die schlechten Songs in Gute verwandeln. Die Guten in Schlechte. Ironie ist keine Option. Roman Podeszwa ist eigentlich Musiker. Er veröffentlichte mehrere Studioalben, tourte durch Europa und Russland, stieg mit Chartplatzierung in die deutschen und die irischen Radiocharts. Seine Musik wurde vom „Rolling Stone“ als „herzzerreißender Undergroundsoul“ gefeiert und von der Intro als „pseudoavantgardistisch für die Tonne“ verrissen. Musik ist die bessere Kunst, aber Kunst hat bessere Gesetze, sagt der Künstler. Die Stimme steht im Zentrum. Das Mitsingen, dagegen ansingen oder nebenher summen. Die Stimme als immer verfügbares Mittel, als Spielzeug, als persönlichstes Instrument. Die Intimität, die in Duschen oder verschlossenen Autos gewährleistet ist, wird hier ausgestellt: nicht erhöht, sondern schlicht sichtbar gemacht. Dieses Anliegen mag scheitern oder gelingen, wichtiger ist: dass es stattfindet. Roman Podeszwa wird im Wewerka Pavillon über die Dauer der Ausstellung mehrere Stunden täglich seine Lieblingssongs und seine Hasssongs singen. Die eigenen eingeschlossen. Abbrüche, Endlosschleifen, Strophe-Refrain-Strophe-Refrain: darf alles sein. Einzig die Stimme wird dieses Fragmentarium zusammenhalten: karaoke, acapella, irgendwie. Das ist keine Kunst. Das kann jeder.