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J. GröningC. ParkM. CorvalanI.Schilcher/A.StücherC. Joachim 

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„Ein verkleinertes Modell des Wewerka Pavillons wird von einer weiteren, einfach strukturierten, kubisch-transparenten Modellarchitektur umfasst. Diese beiden ineinander geschachtelten Gebilde werden nun wiederum in der Mitte des Originalpavillons positioniert.  Die klare kubische Ummantelung des Modells schiebt sich so zwischen das Original und das Modell. Der Pavillon ist zweimal vorhanden. Dazwischen ist neues Element geschoben und eine neue formale Setzung erfolgt. Damit ist aber auch die Umfassungsarchitektur für den vorhandenen, großen Pavillon nun eine Vorstellungsmöglichkeit geworden.“ Ferdinand Ullrich

Ende des 19. Jh. kamen Japanische Spielzeughändler nach Russland. Im Gepäck Fukurokuju-Puppen. Es dauerte nicht lange, bis die Puppen zu „Matrjoschka“  unbenannt wurden und bis heute große Beliebtheit auf dem Markt der Niedlichkeiten erfahren. Der asiatische Hochgenuss des Einhüllens und Einschnürens traf auf die russische Inbrunst der Liebe zur Mutter Erde. Was lag da näher, als die zerlegbaren Spielzeuge zu Fruchtbarkeits-Matronen umzugestalten. Gedrechselt und mit feinem Haarpinsel gemalt fügen sie sich ineinander, von Klein zu Groß, angepasst wie gegossen.

Dass nun Chungki Park nicht aus dem Land der aufgehenden Sonne stammt, sondern aus Südkorea und nicht die bäuerlichen Figuren ineinander verschachtelt sind, sondern der Wewerka Pavillon umhüllt, eingepackt, verkleinert und wieder eingewickelt, gehört wahrscheinlich zu jenen wundersamen Irrungen und Windungen eines lang andauernden Globalisierungsschauspiels.

Ein Taschenspieler-Trick? Verkauft uns Chungki Park eine Ausstellung, die keine ist? Manchmal hätte man einfach Lust, Tabula Rasa zu machen. Wären wir nicht in der glücklichen Lage, dass junge, unerschütterliche Kunststudierende uns aufs Neue eigenwillige Lösungen anbieten zum übermächtigen Thema Kunst versus Architektur, hin und zurück.

Chungki Park dekliniert den Raum, den eigentlichen und den virtuellen, er verschachtelt das Original und das Modell, er bespielt die Bühne und zieht den Vorhang zu. Indes ist sein Vorhang kein undurchschaubarer samtener Raumteiler, sondern eine leichte Gaze, ein Nichts, was zwischen uns und dem Objekt steht. So blicken wir auf einen Raum voller Dissonanzen und auf einen Künstler, der uns zuflüstert: „Beim Betrachten kommt es darauf an, den Gegenstand nicht größer als den Bildausschnitt zu wählen.“

Daniele Buetti
November 2009