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„Wir betrachten den Wewerka Pavillon nicht als Ausstellungsraum, sondern als einen temporären Aufenthaltsraum für Menschen, eine provisorische, zeltartige Notunterkunft. Kein Zuhause, sondern ein vorübergehenden Zufluchtsort.“ (Bohee Choi, Jiwon Han)

 

Die seit 2009 im Kollektiv arbeitenden koreanischen Künstlerinnen Bohee Choi und Jiwon Han greifen in den Herbst- und Wintermonaten ein Thema auf, das gerade zu dieser Jahreszeit besonders verstörend wirkt: Das notdürftige Lager, der improvisierte Schutzraum vor äußeren, bedrohlichen Einflüssen. Mit einer realen Bedrohung ist in dem am Aasee gelegenen Wewerka Pavillon vermutlich nicht zu rechnen, hier geht es vielmehr um die Imagination eines Unheils – oder der Rettung, ganz nach Sichtweise – inmitten der zumindest oberflächlichen Harmonie unserer Ordnungssysteme.

Man sucht auch hier Orientierung und findet viel Bekanntes, aber auch Fremdes in dem menschenleeren und doch scheinbar bewohnten Glaspavillon, der wie soeben verlassen wirkt: Matratzen, Kissen, Kuscheltiere füllen die gesamte Bodenfläche aus, jede Bettstätte erzählt ihre eigene Geschichte. Die kunterbunte und zugleich verstörende Ansammlung hiesiger sowie koreanischer, oft ungewohnter Gegenstände wirkt wie eine riesige verlassene Bodenplastik. Die hermetische Abriegelung und die damit verbundene Stille steht im Gegensatz zu dem Durcheinander des Inneren. Ist die Gefahr vorbei oder ist es die Ruhe vor dem Sturm? Hier wurde ein Schutzraum geschaffen, eine Insel, die sich Choi und Han gern als weder Korea noch Deutschland zugehörig wünschen, sondern auf gedanklich neutralem Boden errichten. Ein Gedanke wie ein Atemholen all jener, die sich zwischen den Welten bewegen, verortet auf einer erfundenen Karte im für zwei Monate fixierten„Niemandsland“.

 Prof. Dr. Erich Franz