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A. EdischerowB. GreberSommer 2007A. WachholzN. Arbeiter 

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Die Leitbaken laufen aus allen vier Himmelsrichtungen auf den Wewerka Pavillon zu, in ihn hinein und zu einem Zentrum im Inneren des Pavillons, dort verdichten sie sich. Seit einiger Zeit arbeitet Alexander Edischerow mit Baken, wie sie im Straßenraum zur Sicherung von Baustellen alltäglich sind, als seinem künstlerischen Material im öffentlichen Raum. Er verwendet sie als Bausteine seiner Skulpturen. Gleichzeitig erhalten sie etwas Lebendiges, fangen an, sich scheinbar zu bewegen und zu verdichten, irgendwo hinaufzuklettern. Ihre ursprüngliche Funktion der Verkehrssicherung jedenfalls haben sie abgelegt.
Edischerow schreibt: „Was wäre, wenn die Baken ‚frei‘, ‚lebendig‘ geworden sind? Die Baken folgen keinen Regeln und Verordnungen mehr, sondern ‚wuchern‘ wild im öffentlichen Raum. Sie ergreifen Besitz vom Pavillon und erweitern so ihr Territorium. Eine gute Portion Ironie und Paradoxie schwingen hier mit, denn die Bake als ein Gegenstand, der für Ordnung und Sicherheit garantieren soll, bricht aus jeglicher Ordnung aus und verselbstständigt sich (...) Für mich hat es einen ganz besonderen Reiz, den Baken, die zur Kontrolle im Straßenverkehr bestimmt sind, absichtlich einen Freiraum zur Expansion zu gewähren.“

Die Baken haben beinahe ein menschliches Maß, mit dem runden Leuchtkörper als Kopf. Bewegt man sich zwischen und neben ihnen hat man das Gefühl in einer Menschenschlange zu stehen, die Baken werden anthropomorph. Vier Reihen von Figuren stehen an allen vier Seiten des Wewerka Pavillons, worauf warten sie? Dass sie eingelassen werden? Dass ihre Köpfe zu leuchten beginnen? Wie im Zeitlupentempo plötzlich eingefroren, erobern sie den Pavillon und verspannen und verbinden ihn mit der Umgebung. Und doch passt nichts mehr zusammen, die Baken stehen auf der grünen Wiese, dort wo weit und breit kein Verkehr ist, sie sichern auch nichts, sondern machen sich selbst, die Skulptur, den Raum und den Pavillon zum Thema.
Interessant ist, wie Edischerow mit dem Pavillon umgeht und wie er dessen Struktur mit seiner Arbeit genau „bedient“. Und dabei die Durchlässigkeit der gläsernen Wände nicht nur benutzt, sondern geradezu betont. In der Nacht gewinnt die Arbeit noch an Dynamik, sie wird zur Lichtskulptur und tritt in einen Dialog mit der nächtlichen Stadt.